
ZEWO Wärmepumpe LAMBDA
ZEWOTHERM Wärmepumpe LAMBDA im Bestandsgebäude
Kurzprofil
Ein freistehendes Einfamilienhaus Baujahr 1960 in Moers wurde von einer Gas Brennwertheizung auf eine ZEWOTHERM Wärmepumpe LAMBDA umgestellt. Ziel war ein effizienter, leiser und alltagstauglicher Betrieb im Bestand mit bestehenden Heizkörpern und niedrigen Vorlauftemperaturen.
Ausgangssituation
- Gebäude: Einfamilienhaus, Baujahr 1960, Wohnfläche 136 m², teilsaniert
- Standort: Moers, Normaußentemperatur: minus 8,2 °C
- Heizflächen: großzügig dimensionierte Typ22 und Typ33 Heizkörper aus der früheren Gas Anlage
- Vorlauf vor Umstieg: bereits seit 2017 auf maximal 45 °C reduziert
- Gasverbrauch: 10.000 bis 17.000 kWh pro Jahr, inkl. Gasherd ca. 1.000 kWh
Der Betrieb der früheren Heizung zeigte, dass die reale benötigte Heizleistung auch an kalten Tagen moderat blieb. Beispiel: maximaler Gas Tagesverbrauch um 150 kWh bei ca. minus 5 °C entspricht rechnerisch etwa 6,25 kW.
Herausforderung
Im Bestand sind drei Punkte entscheidend
- Effizienz bei niedrigen Vorlauftemperaturen ohne Fußbodenheizung
- Stabiler Betrieb ohne häufiges Takten, besonders in der Übergangszeit
- Transparenz der Anlage, um Betrieb und Optimierung nachvollziehbar zu machen

Lösung: ZEWOTHERM Wärmepumpe LAMBDA EU10L
Im Februar 2024 installierte der Fachbetrieb Team SHK GmbH in Brüggen eine ZEWOTHERM Wärmepumpe EU10L LAMBDA mit
- Steuerungsset
- Hydraulik Einheit
- Pufferspeicher 300 Liter
- Pumpengruppe ungemischt
- Hydraulischem Abgleich
Warmwasser blieb bewusst wie zuvor über dezentrale elektronische Durchlauferhitzer gelöst, um das Heizsystem klar zu fokussieren.
Monitoring und Systemintegration
Der Betreiber setzte seit Jahren auf Smart Home mit FHEM und band die Wärmepumpe via Modbus TCP an
- Datenabgriff alle 5 Minuten
- Speicherung relevanter Werte in SQL Datenbank
- Zusätzliche Strommessung über separaten Modbus Stromzähler, der die gesamte Wärmepumpe erfasst
Zusätzlich wurde PV Überschussladen integriert
- Aktivierung bei Netzeinspeisung über 1 kW für 5 Minuten
- Deaktivierung bei Einspeisung unter 200 W
Temperaturerhöhung Pufferspeicher um 5 K und Heizkurven Verschiebung um 0,5

Ergebnisse nach einem Jahr Betrieb
Der betrachtete Zeitraum deckt ein volles Jahr ab, inkl. kompletter Heizperiode.
Effizienz: Jahresarbeitszahl unter Realbedingungen
Der ermittelte Gesamt COP über ein Jahr lag bei 4,61 inklusive aller Nebenstromverbräuche wie Pumpen und Elektronik.
Betrieb im Bestand: Niedrige Vorlauftemperaturen
Durch die überdimensionierten Heizkörper konnte das System mit sehr niedrigen Vorlauftemperaturen betrieben werden
- maximal 35 °C Vorlauf im Heizkreis
- maximal 40 °C als obere Puffertemperatur Begrenzung
Das ist ein zentraler Hebel für Effizienz im Bestand, weil die Wärmepumpe so in einem sehr günstigen Temperaturbereich arbeitet.
Modulation und Taktverhalten
- Die EU10L kann bis auf 20 Prozent Verdichterleistung modulieren
- Unterhalb von etwa 4,5 °C Tagesmitteltemperatur trat praktisch kein Takten auf, die Anlage lief weitgehend durch
- Über das Jahr wurden 541 Taktvorgänge gezählt
- In der Übergangszeit lag das Maximum bei 7 Takten pro Tag
PV Überschussladen erhöhte die Puffertemperatur und verlängerte dadurch die Pausen zwischen den Taktvorgängen.
Verhalten bei Außentemperaturen und Abtauung
- Bei Tagesmittel zwischen 0 und 6 °C lag der COP typischerweise zwischen 4 und 5
- Ab 6 °C wurde ein COP über 5 sicher erreicht
- Unter 0 °C nahm die Abtauhäufigkeit tendenziell ab, weil die Luft meist trockener ist
- Viele Abtauvorgänge traten besonders zwischen 0 und 2 °C auf
Interpretation und Learnings
Dimensionierung im Bestand
Die Heizlastberechnung ergab 8.611 W bei minus 8,2 °C. Die reale Nutzung wich davon ab, weil nicht alle Räume voll beheizt wurden. Aus den gemessenen Jahresdaten wurde für minus 8 °C eine Tagesenergie von ca. 130 bis 140 kWh abgeleitet, das entspricht rund 5,5 kW. Daraus folgt
- Heizstab Betrieb ist sehr unwahrscheinlich
- Die Wahl der EU10L erfolgte auch wegen der tieferen Modulationsgrenze gegenüber der EU8L zum damaligen Zeitpunkt
Pufferspeicher: Empfehlung aus der Praxis
Der Betreiber würde rückblickend einen größeren Pufferspeicher wählen, um
- Heizphasen zu verlängern
- Pausenzeiten zu vergrößern
- Takten in der Übergangszeit weiter zu reduzieren
Transparenz bringt Optimierung
Die Kombination aus Modbus Daten, separater Strommessung und Smart Home Visualisierung machte es möglich, Betriebszustände wie Takten, PV Optimierung und Abtauung sauber zu analysieren.
Als nächster Schritt wurde eine Wärmemengenmessung im Heizkreis als wünschenswert genannt, um die tatsächlich ans Haus abgegebene Wärme noch exakter zu bewerten.
Fazit
Diese Anlage zeigt, dass eine ZEWOTHERM Wärmepumpe LAMBDA im Bestandsgebäude mit Heizkörpern sehr effizient laufen kann, wenn
- die Vorlauftemperaturen niedrig gehalten werden
- ein hydraulischer Abgleich sauber umgesetzt ist
- die Anlage korrekt parametrisiert und bei Bedarf durch PV Überschussladen unterstützt wird
Mit einem Gesamt COP von 4,61 unter Einbezug aller Nebenverbräuche und Vorlauftemperaturen bis maximal 35 °C liefert das Projekt ein starkes Praxisbeispiel für Wärmepumpen Modernisierung im Bestand.
Unsere verwendeten Produkte

ZEWOTHERM Wärmepumpen bieten höchste Effizienz für Neubau und Sanierung. In Kombination mit Photovoltaik entsteht ein zukunftssicheres Heizsystem mit maximalem Einsparpotenzial und staatlicher Förderung.
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